Archive for the ‘Kölnpfad’ Category

Vor 2 Tagen - Kölnpfad -> Ausstieg bei KM 100/Vernunft statt Ehrgeiz!!

Montag, August 17th, 2009

Es war klasse, richtig heiss und bis zu meinem (vernünftigen) Ausstieg richtig gut, unterhaltend und auch lustig. Eben interessant und vielseitig. ;-)
Viele kleine emotionale Momente und Kleinigkeiten, auf die man bei einem längeren Lauf viel mehr achtet.
Aber hier läuft man auch anders, zumindest ich im hinteren Feld, aber das war ja von vornherein geplant!!!!
Die ersten Stunden waren richtig klasse, es bildeten sich immer wieder kleine Grüppchen von 2 - 5 Läufern, was bei einer gemeldeten Zahl von 20 Läufern/innen schon enorm ist.
Wir unterhielten uns und waren froh, das von den angekündigten 4 VP´s noch mind. 1 dazukommen sollte. Zudem traf ich endlich einen Lauffreund zum ersten Mal, mit dem ich in 2 Wochen gemeinsam den UTMB in Angriff nehmen möchte. (Er hat den Kölnpfad gefinished!!!!)
Seine Frau war als zusätzliche “Verpflegungsstation” für ihn mit dem Auto unterwegs und ich habe auch von ihr profitiert. War klasse, was sie alles in ihrem Kofferraum für Leckereien hatte. Ich wollte gar nicht mehr weg!!!!
Auch wenn mein Fahrradbegleiter (vielen Dank noch einmal Thomas!!!!!!!!) auf den geplanten ersten 12 Stunden genug für uns beide dabei hatte. Er blieb dann doch bis KM100, als ich dann ausgestiegen bin und wir sind gemeinsam nach Hause gefahren. War gar nicht so einfach, mitten in der Nacht!!
Leider hatten wir auch 2 Missgeschicke mit dem Fahrrad, einmal ist er gestürzt und hat sich am Bein und Handgelenk verletzt, weil der Korb sich gelöst hatte, er in den Graben dadurch im Königsforst gefahren ist. Zudem Zeitpunkt fuhr er ca. 500 Meter vor mir. Danach löste sich die linke Pedale und ein rundes Treten war nicht mehr möglich, Werkzeug hatten wir zwar dabei, aber richtig montieren ließ es sich trotzdem nicht. Später kamen wir dann in Wahn an seiner Wohnung vorbei, sodass er letztendlich das Fahrrad ausgetauscht und das seiner Frau genommen hat. Der größte Vorteil war nun, das er einen weichen Damensattel, statt eines harten Rennsattels hatte.
Die Schürfwunden sahen heftig aus, aber er meinte, er könnte weiterfahren und die Schmerzen seien nicht besonders heftig.

Die Strecke tagsüber war anstrengend bei der Hitze, auch wenn es durch den Königsforst ging und es hier nicht ganz so warm war. ;-)
Aber ab Wahn ging es hinaus auf´s freie Feld und da war es vorbei mit Schatten. Die Strecke führte dann über Niederkassel zum Rhein.
Hier traf ich Gabriele wieder, die ich letztmalig bei Berg. Etappenlauf “laufend” gesehen hatte. Ein schönes Wiedersehen und ein herzlicher Empfang!! Hier war der offizielle 2 VP bei KM65, reichlich Auswahl, von den Wassermelonen, über Tomaten, Gurken, salzigem Gebäck, Süßigkeiten und SUPPE. Was hatte ich auf den nächsten Kilometern Schwierigkeiten, das Blubbern im Bauch loszuwerden. ;-) Aber schon vor Niederkassel ließ ich es sehr viel ruhiger angehen.
Von hier aus ging es zum Rhein und dann nach Zündorf auf die Groov, hier haben wir eine Kölsch-Pause gemacht, was war das LECKER!!!!!! Auf der Insel war richtig was los bei dem Wetter, auch am Rhein, Menschen über Menschen!!!
Weiter nach Rodenkirchen, über die Brücke, um dann auf der anderen Seite wieder am Rhein entlang zu laufen.
Langsam wurde es wieder dunkel und es ging durch den Forstbotanischen Garten in Rodenkirchen in Richtung Klettenberg. Handicap Nummer 3 war, das die Lampe von seinem Fahrrad kaputt war und meine Lampe am defekten Fahrrad nun bei ihm zuhause im Keller stand. Glücklicherweise hatte ich noch eine kleine Taschenlampe dabei, sodass wir nicht ganz im dunklen unseren Weg finden mussten. Mein Rucksack, incl. Wechselklamotten und Stirnlampe hatte ich bei KM 100 am VP 3 platzieren lassen.
Bis dahin war höchste Konzentration angesagt, denn ich wollte auf keinen Fall stürzen, stolpern oder mir irgendeine dumme Verletzung vor dem Mont Blanc einhandeln.
Sturzfrei und glücklich kamen wir dann am VP3 vor dem Containerbahnhof/Eifeltor an und wurden herzlich begrüßt. Ein weiterer mir bekannter UTMB-Teilnehmer, “FLO”, war als Helfer unterwegs und wir klatschten uns ab. Ich genoss mit meinem Begleiter eine Flasche Bier, er mit Umdrehungen und ich ohne, da ich später noch mit dem Auto fahren musste, denn mein Entschluss, hier auszusteigen, stand definitiv fest.
Die Tagestemperaturen haben doch etwas mehr von meiner Substanz gefordert als geplant und ich wollte über ein bestimmtes Leistungslimit nicht hinausgehen. Vernunft vor Ehrgeiz, hieß das Motto, schließlich ist der UTMB das Jahresziel!!!!

Ungefähr eine halbe Stunde hielten wir uns dort auf, bevor die letzten beiden Teilnehmerinnen eintrafen und sie von Belästigungen auf den letzten Kilometern berichteten, da sie an einem bekannten “Strich”, wie alle anderen Läufer/innen vorbei mussten, aber eben im Dunkeln. Nicht ganz so prickelnd, aber sie wollten gemeinsam das Ding beenden, trotz Dunkelheit, trotz Unsicherheit und evtl. weiterem “verlaufen” auf der Strecke.
Ich wurde zwar gefragt, ob ich sie nicht begleiten wollte, aber mein Entschluss auszusteigen stand fest, auch wenn wir locker im Zeitlimit waren und wir den Rest hätten gehen können.
(Die Beiden haben das Ziel erreicht, zwar ausserhalb des Zeitlimits, aber wegen der hohen Temperaturen an beiden Tagen, wurde das Zeitlimit ausser Kraft gesetzt.)

Danach folgte noch eine kleine Odyssee, bis ich endlich im Bett war, denn nun hieß es zu Fuß zur Haltestelle der Linie 18 gehen, dort auf die Bahn zu warten und dann ab dem geplanten Ausstieg in Mülheim ein Taxi zu erwischen, das uns nach Dünnwald bringt, wo Start + Ziel war und mein Wagen stand. Da wollte ich dann meinen Begleiter nach Hause in Wahn fahren, um dann selbst nach Wesseling zu fahren.
Aber find erst mal ein Taxi, das auch ein “Großraumtaxi” ist, damit wir das Fahrrad mitnehmen konnten. Fast 1 Stunde haben wir gewartet!!!
Um 23:45 Uhr waren wir am VP3 und um 03:45 Uhr lag ich erst im Bett.

Das Vorhaben “Kölnpfad - einmol öm Kölle röm” 171km nonstop, war ambitioniert, vielleicht auch grenzwertig wegen seiner Nähe zum UTMB, aber übertrieben fand ich es nicht.
Trotz verrückter Distanzen bin ich vernünftig genug, abschätzen zu können, was machbar ist und was nicht. Ein Finish beim Kölnpfad wäre innerhalb des Zeitlimit möglich gewesen, aber die Belastung aus weiteren ca. 65km erschien mir zu hoch, daher fand ich es für mich selbst okay, bei KM100 auszusteigen.
Wehmut war schon etwas dabei, da ich nicht weiß, ob dieser Lauf noch einmal stattfinden wird, aber die Priorität hat in diesem Jahr halt der UTMB!!!!

Grüße
Michael

Noch 1 Tag!!!!!! -> Kölnpfad

Freitag, August 14th, 2009

Respekt –> keine Angst!!!

Hoffentlich werde ich diesen nie verlieren, egal welche Strecke und egal welche Herausforderung!!!! Ein gesundes Verhältnis zu diesen Läufen zu haben, lässt mich auch nicht verblendet an die Bewältigung herangehen lassen.

Gerade vermischt sich das mit innerer Unruhe. *gg*
Hoffe morgen also auf reichlich Ablenkung durch meinen Begleiter, bzw. die anderen Läufer/innen und deren Begleiter/innen.
Abwechslung wird es auf der Strecke sicherlich geben. Sehenswürdigkeiten, Emotionen und mehr, werde ich auf Bildern festhalten und zum späteren Bericht online stellen. ;-)

Grüße
Michael

Nur noch 2 Tage!!!! -> Kölnpfad

Donnerstag, August 13th, 2009

Tasche, Laufklamotten, Rucksack und alles was ich sonst noch so benötige, liegt bereit und die Eigenverpflegung ist eingekauft.
Ich durfte sogar Wünsche bezüglich der dritten und vorletzten Verpflegungsstation bei KM100 äussern.
Ich erinnerte mich hier an die Schlussetappe vom “Über die Höhen im Berg. Land”, wo es Ananas, Melonen, Erdbeeren und Aprikosen in mundgerechter Form gab und wir überhaupt nicht mehr vom VP weg wollten.
Im Abschluss noch ein leckeres, kühles Kölsch und schon bin ich für die letzten ca. 71km motiviert!!!! Auch wenn das nicht zu den Früchten passen sollte.

Im Moment beschäftigt mich eigentlich nur das angekündigte “heisse” Wetter von ca. 30 Grad am Samstag!!!!!!

Grüße
Michael

P.S. Meine Radbegleitung war im Urlaub und somit meine aufkommende Panik unbegründet.

Nur noch 3 Tage!!!! -> Kölnpfad

Mittwoch, August 12th, 2009

Die letzten 3 Tage sind angebrochen!!!
Nun gibt es nur noch Ruhe, zumindest körperliche Ruhe!!!!
Im Kopf spuken schon wieder alle möglichen Szenarien. Ungewöhnlich, denn eigentlich bin ich die Gelassenheit in Person. Äusserlich sowieso und innerlich meist eigentlich auch. Wahrscheinlich liegt es aber auch daran, das ich von meinem Fahrradbegleiter noch nichts gehört habe, der mich auf den ersten 12-Stunden motivieren wollte.

Auf der zweiten Hälfte ist zwar die Betreuung gesichert, aber auch hier gestaltet es sich wahrscheinlich schwieriger.
Wir haben zwar abgesprochen, das wir gemeinsam “langsam” laufen, aber auch dies ist bei dieser Streckenlänge sicherlich nicht ganz einfach. Die kleinen Problemchen wird jeder wohl zu einer anderen Zeit bekommen. *gg*

Solange mich die Unruhe aber noch nicht in der Nacht beschäftigt, bin ich noch relativ gelassen. Ich nehme das mal als Beginn der normalen Nervosität hin.

Grüße
Michael

Kölnpfad 9,10,11 Etappe - 47km -> Wald und Rhein

Freitag, Juli 10th, 2009

Am Mittwoch, den 08.07.09 war es endlich mal wieder so weit.
Ich wollte mal wieder den Kölnpfad laufen und suchte mir die “Schlussetappen” aus, denn hier ist der Weg vom Zielort zu meinem Startort nicht weit entfernt!!
Warum das so wichtig ist?!?
Der Kölnpfad ist ein “Rundwanderweg” um Köln und somit ist zwar jede einzelne Etappe gut zu laufen/wandern und man kommt aus dem jeweiligen Etappenziel mit der Bahn gut zurück ins Zentrum von Köln, aber ich liege mit dem Zielschluss der 11. Etappe von Rodenkirchen eher im Süden von Köln.
Daher konnte ich mit der Bahn gut ins Zentrum fahren, um von dort aus an den Startort der 11. Etappe ins Bensberg zu kommen. Eine gute 3/4 Stunde habe ich mit der Bahn gebraucht, aber es hat sich gelohnt.

Die 9. Etappe von Bensberg nach Wahn war herrlich, es ging fast nur durch die Wälder, beginnend im Königsforst, hinauf zu Köln´s höchstem “Gipfel” dem Monte Troodelöh mit 118,04 Metern!!! Immerhin 3 Meter höher als Berlin´s höchste Erhebung mit dem Müggelberg. *gg*
Die stetigen kleinen Steigungen waren aber nicht ohne durch den Königsforst, als Start über 18km mit der 9.Etappe hatte ich mir da schon etwas knackiges ausgesucht. Aber das machte halt das schöne Laufen in den Wäldern wieder wett, zumal ich hier relativ gut geschützt kaum etwas vom Regen mitbekommen habe. Die Markierungen waren gut, ich konnte mich gut zurechtfinden. So lief es dann relativ gut bis zum Etappenzielort in Wahn. Hier war leider eine Baustelle und die beschriebene Kreuzung im Buch war nicht mehr vorhanden. Es entsteht ein Kreis in der Nähe vom S-Bahnhof und die Zeichen des Wanderweges wurden wohl entfernt.
Ohne Buch und der näheren Beschreibung, wie es denn weitergehen würde, hätte ich den Fortgang, bzw. den Beginn der 10. Etappe über 20km wohl nicht so schnell gefunden.
Nun begann aber ein ganz anderer Abschnitt, es war erst mal kein Wald in Sicht, dafür ging es an den Bahngleisen entlang, durch kleinere Dörfer und freie Felder. Angenehmer frischer Wind blies einem da frontal entgegen. Sollte der Start des Kölnpfad am 15.08.09 wirklich so verlaufen, wie ich jetzt meine 3. Etappen ausgesucht hatte, dann wäre die ersten 38km nicht ohne, denn der Wind lies einfach nicht nach. So kam ich dann über die Felder und kleinere Straßen nach Zündorf, dem Etappenzielort der 10. Etappe. 38km in den Beinen, glücklicherweise war kein gutes Wetter, denn auf der Groov in Zündorf (kleine Halbinsel am Rhein) war nicht viel los und die Biergärten waren geschlossen. ;-)
Es war also relativ einfach, sich auf den den Weg der letzten 9km von Zündorf nach Rodenkirchen zu machen, die dann nur noch über 9km führen sollten, dafür aber komplett am Rhein entlang. Zeit für Wettrennen mit Ruderbooten oder diversen Rheindampfern hatte ich aber nicht, waren sie Rheinabwärts doch wesentlich schneller. Zudem blies mir hier auch ein Gegenwind ins Gesicht. Dafür war aber die permanente Aussicht auf den Rhein und die Begnungen mit vielen Läufern eine interessante Alternative. Auch wenn es zwischendurch über ehemaliges Militärgebiet ging und es verboten sei, sich abseits der offiziellen Wege aufzuhalten. ;-)
In Rodenkirchen angekommen, war die letzte Herausforderung, sich die Treppen hinauf zur Autobahnbrücke aufzumachen und die Schwingungen dieser riesigen Brücke hautnah unter den Füßen zu spüren. Das wurde mir wieder beim Bilder machen mitten auf der Brücke ganz bewusst. Auf der anderen Seite ging es dann noch einmal die Treppen hinunter, bevor ich dann die letzten 200 Meter zum P+R Parkplatz gelaufen bin. Der Zielort der 11. Etappe liegt in unmittelbarer Nähe am Rhein. Die etwas mehr als 5 1/2 Stunden laufen haben sich auf jeden Fall gelohnt!!!

Zur Zeit weiß ich noch nicht, ob ich es beim Lauf zu schätzen weiß, das ich den Kölnpfad schon kenne und weiß, was auf mich zukommt, oder ob ich es verfluchen werde. ;-)

Grüße
Michael